Spurensuche auf Rügen

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Am nördlichsten Punkt von Rügen liegt Arkona. Dort gab es eine große Slawensiedlung und das Zentralheiligtum der Slawen. Der Text im Folgenden ist ein Zitat der Schautafeln am Aufgang zur ehemaligen Burg und Tempel, die leider sehr mitgenommen aussehen und wo teilweise Text nicht mehr zu lesen war:

Die Tempelburg Arkona – das Zentralheiligtum der Slawen auf Rügen

An der nordöstlichen Felsenspitze der Insel Rügen lag das zentrale Heiligtum der Ranen. Man hatte es auf einem in die Ostsee hineinragenden Felsen, ca. 45 Meter über den Ostseespiegel errichtet und durch eine mächtige Befestigungsmauer geschützt. Erhalten sind heute noch Reste dieser Mauer als mächtiger Erdwall. Der größte Teil der Tempelburg ist jedoch dem ständig fortschreitenden Küstenabbruch zum Opfer gefallen und ins Meer gestürzt.kap arkona1

Während wir über die mehr als 300-jährige Geschichte des Heiligtums nur sehr wenige Informationen besitzen, verdanken wir dem dänischen Chronisten Saxus Grammaticus eine ausführliche Beschreibung des Heiligtums und der hier durchgeführten Zeremonien aus der Zeit seines Untergangs im Jahre 1168, als ein dänisches Heer unter dem Befehl des Bischofs Absalon von Roskilde und des dänischen Königs Waldemar das Heiligtum und die Burg Arkona zerstörte.

arkona schild 1So schreibt Saxo Grammaticus, dass „inmitten der Burg ein ebener Platz lag, auf dem sich ein aus Holz erbauter Tempel von feinster Arbeit erhob …, … dessen Umgang durch … sorgfältig gearbeitete Skulpturen geschmückt war.“ Weiter führt er aus, dass im „… Tempel ein gewaltiges Götterbild (Svantevit) stand, den menschlichen Körper weit übertreffend, wunderlich anzusehen durch seine vier Köpfe und ebensoviele Hälse …“ und „… der Gottheit wurde ein feierlicher Kult dargebracht.“

Der Untergang Arkonas und die Zerstörung des Svantivit-Tempels im Jahre 1168 symbolisierte wie keine andere militärische Eroberung slawischer Gebiete den endgültigen Sieg des Christentums und das Ende der slawischen Unabhängigkeit. Dieses Ereignis kann somit als Wendemarke in der Geschichte des nördlichen Europas angenommen werden …“

Götterkunde:

Svantevit
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